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von Sebastian Verein 5 Kommentare

Lorsch. „Ohne Hans Ludwig ist der Lorscher Vogelverein gar nicht vorstellbar“, erklärte Nicolai Poeplau, Vorsitzender des Kanarienzüchter-, Vogelfreunde- und Vogelschutzvereins anlässlich einer Ehrung. Damals war Hans Ludwig 85 Jahre alt. Jetzt ist er im Alter von 86 Jahren gestorben. Er war verheiratet mit Rita Ludwig, geborene Appel, hatte eine Tochter und einen Enkel. Mit Hans Ludwig verliert nicht nur der Vogelverein, sondern einige Naturschutzverbände und die Stadt Lorsch eine bedeutende Persönlichkeit.

Hans Ludwig gehörte über 60 Jahre dem engeren Vorstand des Vogelvereins an. Er prägte als Geschäftsführer, oft mit dem verstorbenen Ehrenvorsitzenden Ernst Metz, die Entwicklung des Vereins. Der wurde im Jahr 1929 gegründet, im Geburtsjahr von Hans Ludwig. Er hat immer wieder die fachlichen Diskussionen zu Themen wie Vogelhaltung, Vogelschutz und Naturschutz angeregt. Er war der Motor für die Vogelausstellungen des Vereins, bis hin zur COM-Weltschau im Jahr 1967. Er war Fachmann in Fragen der Vogelkunde (Ornithologie), arbeitete bei der Avifaunistischen Arbeitsgemeinschaft Hessen mit. Hans Ludwig war Gründungsmitglied der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz.

In der Zeitschrift für Vogel- und Naturschutz „Collurio“, für die Zeitschrift „Gefiederte Welt“ und auch für die örtliche Presse hat er zahlreiche Artikel über Vogel- und Naturschutz veröffentlicht. Fast 50 Jahre bekleidete er das Amt des Ortsbeauftragten für den Vogelschutz in Lorsch, er war Mitglied der Lorscher Umweltschutzkommission, des Naturschutzbeirats des Kreises Bergstraße und Gutachter in Naturschutzfragen. Lange Jahre gehörte der Verstorbene dem Vorstand des NABU-Bergstraße an. Im Vorstand des Hessischen Landesverbands der Waldvogelpfleger und Vogelschützer führte er zunächst die Kassengeschäfte und später agierte er 20 Jahre lang als Vorsitzender und gehörte damit auch dem Bundesvorstand an.

In seiner Funktion als Landesvorsitzender organisierte er interessante ornithologische Studienreisen in Deutschland und in benachbarte europäische Länder. Über einen längeren Zeitraum beringte er Vögel für die Vogelwarte Helgoland und arbeitete für die Vogelwarte Rositten im russischen Teil der Kurischen Nehrung. Hans Ludwig fungierte als Betreuer des Naturschutzgebiets Weschnitzinsel von Lorsch, engagierte sich im Vogelpark Birkengarten und widmete sich der Vogelhaltung und –zucht. Sein Leben war maßgeblich geprägt von der Vogelliebhaberei und dem Naturschutz. Mit ihm verliert die Stadt Lorsch eine bedeutende Persönlichkeit. Die Trauerfeier zu seiner Beisetzung findet am Dienstag, 2. Februar, um 13.30 Uhr auf dem Lorscher Friedhof statt. ml

5 Reaktionen zu “Naturschützer Hans Ludwig gestorben”

  1. Peter Petermann sagt:

    Hallo Sebsatian,

    ein sehr gelungener Nachruf!

    Aber bitte noch „Antifaunistische Arbeitsgemeinschaft“ in „Avifaunistische“ ändern.

    Viele Grüße,
    Peter Petermann

  2. Klaus Jäger sagt:

    Im Text ist ein Schreibfehler festzustellen: Es darf nicht „antifaunistische“ heißen, sondern „avifaunistische“ ist richtig.

  3. Stefan Wehr sagt:

    Hans Ludwig war auch Mitglied bei der Vogelkundlichen Beobachtungsstation Untermain e.V. in Frankfurt, eingetreten am 1.4.1962, also vor fast 54 Jahren!

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