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von Sebastian Züchter 0 Kommentare

… und deren Mischlinge zur Schausaison.

Ein unerschöpfliches Thema für jeden Schauzüchter

( Auszug aus einem Referat von Karlheinz Massoth anläßlich einer LV – Tagung )

Unter diesem Arbeitstitel will ich versuchen – insbesondere für Anfänger – einen praktikablen Weg, eine Möglichkeit zur Eingewöhnung und Vorbereitung carduelider Finken und deren Mischlinge zur Schausaison aufzuzeigen um den nicht so erfahrenen Vogelpflegern die eine oder andere Hilfestellung zu geben. Auch ist es beabsichtigt eine  Diskussion darüber anzuregen und gleichsam um schriftliche Beiträge und Erfahrungsberichte in unserem Fachorgan zu werben. Vorweg sei gesagt, es führen auch bei diesem Thema das so manch lange Diskussionen in Vereinsversammlungen hervorrufen kann, viele Wege nach Rom – sprich zum Erfolg.

Oder Misserfolg…….

Den sogenannten Königsweg gibt es dabei nicht. Jeder der aktiv am Schauwesen teilnimmt hat dazu seine eigenen Ansichten, Methoden und auch Erfahrungen gemacht.

Einer dieser Wege sei im folgenden aus eigener Erfahrung aufzeigt.

Das sogenannte Intervalltraining .

Zur Vorbereitung für Bewertungsschauen sind nach meiner Erfahrung drei Trainingseinheiten  ausreichend um eine reine Schaukäfiggewöhnung  zu erzielen. Eine Trainingseinheit beinhaltet jeweils 3 Tage Unterbringung im Trainingskäfig, anschließend 3 Tage ausreichend Flug – und Bademöglichkeit im Eingewöhnungskäfig.  Gegebenenfalls ist noch eine 4. Trainingseinheit erforderlich um den gewünschten Erfolg zu erzielen. Das ist aber nicht oft der Fall.

Also, insgesamt sitzt der Vogel nach dieser Methode mit Unterbrechungen  9 Tage im Trainingskäfig.

Doch alles der Reihe nach……………

Wer mit seinen Vögeln am Leistungswettbewerb teilnehmen möchte wird darauf achten – soweit möglich – ruhige und mit dem Pfleger vertraute Vögel zur Zucht auszuwählen.

Zugegeben, das mag bei domestizierten Arten eher möglich sein. Bei Finkenarten die noch nicht den Domestizierungsprozess durchlaufen haben ist dies mitunter weitaus schwieriger. Meist hat man nicht die Möglichkeit  aus einem größeren Bestand auswählen zu können bzw. die zugedachten Partner harmonieren nicht miteinander  was den Zuchterfolg ohnedies sehr erschwert.

Aber das ist ein anderes Thema.

Natürlich ist es für die Eingewöhnung auch ein Unterschied ob die Finken/Mischlinge in der Freivoliere oder im Flugkäfig oder in kleineren Zuchtboxen gezüchtet wurden. Nachzuchten aus Volieren benötigen in der Regel eine längere Eingewöhnungsphase.

Grundsätzlich werden die Jungvögel aber auch zur Ausstellung vorgesehene Altvögel erst eingewöhnt wenn die Mauser abgeschlossen ist. Umsetzen während der Mauser oder gar eine Futterumstellung können immer Gefahren in sich bergen. ( z. B. Stockmauser )

Schon zur Beginn der Mauser erhalten die Tiere bei mir täglich eine Priese Badesalz ins Badewasser. Dies dient der besseren Gefiederpflege ( seidiger Glanz ) und kann auch einen Ektoparasitenbefall erschweren.

Während der Mauser muss unbedingt auf eine artgemäße, abwechslungsreiche und mineralhaltige Ernährung geachtet werden.

Neben einem artgerechten Grundfutter sollten div. Futterpflanzen in unterschiedlichen Reifestadien angeboten werden.

So werden z. B. die halbreifen Samen der Nachtkerze, der Wegwarte aber auch des Stachellattichs und des Beifuß sehr gerne genommen. Aufgeschnittene Salatgurken und div. Beeren wie die der Eberesche, des Feuerdorns oder auch des Liguster unterstützen positiv den Mauserverlauf. Der anzubietende Gritt/Mineralien dürfen keine scharfkantigen Teile enthalten. Es besteht sonst die Gefahr, dass sich der Vogel innere Verletzungen im Darm zuziehen kann.

Alles schon dagewesen…..

Wenn der Federwechsel abgeschlossen ist ( in den allermeisten Fällen wird das Großgefieder bei der Erstlingsmauser nicht gewechselt) beginnt die Grobauswahl der Ausstellungsvögel.

Dazu sind zunächst diverse Vorbereitungen für die Unterbringung zu treffen. Diese sind bei Nachzuchten aus der Freivoliere etwas aufwändiger als aus Käfigzuchten.

Sehr  von Vorteil sind große Flugkäfige die durch Schieber in kleinere Boxen abtrennbar sind.  Die Volierenvögel werden somit allmählich an kleinere Käfige gewöhnt ohne gleich in Panik zu geraten u. sich womöglich noch das Gefieder zerstoßen.

Die Jungvögel/Schauvögel werden vor dem einsetzen genau auf ihren offensichtlichen Gesundheitszustand, Ektoparasitenbefall  (Grabmilben, Federlinge usw. ) Gefiederzustand, Fußdeformationen, Krallenfehler usw. kontrolliert, Geschlechter ermittelt und die Ringnummern überprüft und aufgezeichnet. Bitte auch die Züchternummer überprüfen! Dies ist insbesondere dann erforderlich wenn Familienmitglieder ebenfalls an der Zucht mit eigenen Ringen beteiligt sind oder auch zugekaufte Vögel in der Gemeinschaftsvoliere untergebracht sind. Ich habe mehrmals bei Deutschen Meisterschaften feststellen müssen, dass die Angaben des Ausstellers nicht mit den Ringdaten des kontrollierten Vogels überein stimmten oder zwei verschiedene Züchternummern in einer Kollektion auftauchten. Nehmen wir einmal an , dass der Grund dafür eine Unachtsamkeit, eine Verwechslung war.                                                    Bei Ektoparasitenbefall wird der betroffene Vogel unverzüglich behandelt und separat untergebracht bis die Behandlung abgeschlossen ist. Diverse Mittelchen werden im Zoofachhandel in ausreichenden Mengen angeboten. Abgebrochene Schwung – und /oder Schwanzfedern werden sofort gezogen. Denn meist dauert es gut 6 Wochen bis Großgefieder wieder nach und ausgewachsen ist.

Achtung, Bitte die Eingewöhnungskäfige nicht überbesetzen!

Bitte auf genügend Sitzstangen achten!

Tunlichst mehrere Futterschälchen verwenden um Streitereien bei der Nahrungsaufnahme  zu minimieren. Entsprechend der Besetzung sollten auch mehrere Badebehälter angeboten werden.

In das Badewasser kommt weiterhin eine Priese Badesalz. Als Bodenbelag /Einstreu bitte nur saugfähiges Material verwenden. Der Kot soll möglichst schnell wieder abtrocknen. Zum einen um Krankheitskeimen die Basis zu entziehen ( der Erreger ist nichts, das Milieu ist alles ) und zum anderen einem verschmutzen des Gefieders bzw. Füße und Fußring durch schmierige Exkremente vorzubeugen.

Wichtig!

Bereits in  der Vorbereitungsphase im Eingewöhnungskäfig müssen für die Schau zugelassene Wasserfontänen verwendet werden ( neben den großen Badegefäßen ) um die späteren Schauvögel bei Zeiten daran zu gewöhnen. Mir selbst ist es passiert, dass ein Chinagrünfink fast verdurstet wäre weil er im Trainingskäfig die Wasserfontäne nicht beachtet oder gefunden hat.

Es wird bei der Eingewöhnung ein nicht zu mageres Körnerfutter angeboten. Dies gilt natürlich nicht für Vögel die erkennbar gute Futterverwerter sind. Wir dürfen aber bei all dem nicht vergessen, dass die Eingewöhnungsphase und insbesondere die anschließende Schausaison eine enorme Stresssituation für die Vögel bedeuten. Nebenbei bemerkt, Vögel setzen Nährwerte viel schneller als vergleichbare Säuger um. Insofern verhungert ein Vogel auch schneller.   Gemeint sind damit zunächst unsere Finken. Die Aussage gilt nicht für div. Greifvogelarten. Um  die Vögel im Flugkäfig zu beschäftigen u. abzulenken können z. B. Wegwartenstängel oder Beifusstängel oder auch Kolbenhirse reingehängt werden. Auf jeden Fall sollen sich die Vögel ablenken können. Ansonsten besteht die Gefahr des gegenseitigen Federzupfens.

Nach etwa einer Woche Eingewöhnung  im Flugkäfig können die Schauvögel durch Verwendung der Schieber leicht und ohne anzugreifen separiert werden.

Bitte die Vögel  nur so wenig wie nötig anfassen! Es gibt für einen Vogel keinen größeren Stressmoment als angefasst zu werden. Denn, in der Natur bedeutet für den Vogel der Griff eines Beutegreifers in den allermeisten Fällen den sicheren Tod.

Natürlich gibt es auch für solche finalen Situationen Abwehrmechanismen wie tot stellen oder plötzliches ausfallen von Teilen des Großgefieders. Schreckmauser genannt. Aber in den meisten Fällen hilft auch das nicht.

So kann es aber durchaus geschehen, dass man selbst beim anfassen des Vogels einen Teil der Schwung – und/ oder Schwanzfedern in Händen hält. Alles schon passiert.

Zur Platzfrage ………..

Bei einem Flugkäfig von z. B. 2,40 Metern können  immerhin 4 Boxen a,-   60 Zentimeter schnell realisiert werden. Nach weiteren 4 – 5 Tagen des Verweilens im kleineren Eingewöhnungskäfig werden die Vögel in den Trainingskäfig verbracht. In diesen insgesamt fast 2 Wochen Eingewöhnungszeit  trennt sich schon die Spreu vom Weizen. Soll heißen, dass es immer wieder Vögel gibt die zwar die körperlichen Anforderungen an einen guten Schauvogel erfüllen, aber wegen ihres ungestümen Wesens  nicht für einen Schaukäfig geeignet sind. Wohl aber durchaus für die Zucht im kommenden Jahr. Mir selbst ist dies mit mehreren Hakengimpeln passiert die zwar ansonsten fast handzahm  aber im Trainingskäfig voller Angst und schreckhaft waren. Solche Tiere setzen wir erst gar nicht in den Trainingskäfig  sondern entlassen sie wieder in den großen Flugkäfig oder die geräumigere Voliere. Hier geht Gesundheit und Wohlbefinden vor falsch verstandenem Wettbewerb um Meisterehren.

Wie sieht nun ein sogenannter Trainingskäfig aus?

Der Trainingskäfig ist mit einer durchsichtigen, etwa ½ mm starken Folie versehen die  innen am Käfiggitter mittels Kabelbinder angebracht wird und so das Anfliegen der Gitterstäbe bzw. festhalten an den Gitterstäben verhindert. Man kann auch aus einer dünnen Kunststoffplatte eine Vorrichtung biegen und das Gitter weglassen.

Natürlich müssen entsprechende Aussparungen vorgesehen werden.

Der Vogel kann also weder den Kopf noch  den Schwanz bzw. Flügel durch die Gitterstäbe stecken und sich dabei das Gefieder zerstoßen oder gar abbrechen. Er rutscht beim anfliegen an der elastischen Folie ab ohne  dabei Schaden zu nehmen. Insbesondere die Zeisigarten aber auch die Birkenhänflinge und Kreuzschnäbel neigen ja bekanntlich sehr zum klettern an Käfigstäben.

In der Folie werden Öffnungen vorgesehen durch die das eindrehen der Sitzstangen von vorne möglich ist. Weiterhin ein Ausschnitt für die Wasserfontäne und gegebenenfalls ein Schlitz  über der Futterrinne um ebenfalls von vorne Körnerfutter einbringen zu können.

Wem das Prozedere zu zeitraubend ist, kann im übrigen  solche bereits vorgefertigte Folien im Fachhandel erwerben.

Natürlich soll der Trainingskäfig exakt die selben Maße und Aussehen/Farbhintergrund  haben wie der spätere Ausstellungskäfig. Zweckmäßig sind ausgediente Ausstellungskäfige die entsprechend ausgestattet  werden.

Der Bodeneinschub im MCE Käfig Typ 1 wird wiederum mit einem feuchtigkeits aufnehmenden Einstreu bzw. Papiereinlage versehen. Bodeneinstreu darf nicht zu leicht sein und gleich bei jedem Flügelschlag auseinanderstoben. Ansonsten besteht die Gefahr, dass Bodeneinstreu die Futterrinne und somit das Futter bedeckt. Die Futterrinne wird immer randvoll gemacht damit der Fink/Mischling nicht lange nach Nahrung zu suchen braucht. Vorsichtige Vogelpfleger stellen schon mal die ersten ein, zwei Tagen eine zusätzliche Wasserfontäne auf den Käfigboden um ja sicher zu gehen, dass der Vogel nicht dehydriert bzw. das Wasser findet.  Die Sitzstangen sind den Vorgaben entsprechend auszuwählen. Damit die Vögel nicht auf der glatten Hartholzstange herumrutschen wird das Holz mit Schmirgelpapier leicht angeraut.

Bevor der Bodeneinschub und die Wasserfontäne eingebracht werden sprühen wir das zuvor gründlich gereinigte Käfiginnere zusätzlich mit einem Desinfizierungsmittel aus und lassen auslüften.

Nun werden die Schauvögel eingesetzt. Falls erforderlich werden die Ringe noch einmal kontrolliert und sowohl der Trainingskäfig als auch der Eingewöhnungskäfig mit der dem eingesetzten Vogel entsprechenden Ringnummer markiert.

Wer viel Zeit zur Verfügung hat bzw. nur wenige Vögel trainieren will kann den Trainingskäfig so am Eingewöhnungskäfig anbringen, dass der Vogel freiwillig und ungehindert jeder Zeit den kleineren Käfig aufsuchen kann. Zweckmäßiger Weise werden darin Leckereien angeboten um den Vogel zu animieren bzw. zu belohnen. Diese Methode kann dazu führen, dass der Vogel sogar im Trainingskäfig schläft.

Ansonsten wird der Vogel mit einem entsprechend großen, engmaschigen Netz heraus gefangen und möglichst ohne zu umfassen in den Trainingskäfig gesetzt. Mit einem engmaschigen Netz wird das durchstecken von Schwungfedern vermieden. Ist der Fink unruhig und flattert kann man den Käfig etwa zur Hälfte mit einem Tuch abhängen um dem Vogel eine Rückzugsmöglichkeit zu bieten die in den Folgetagen allmählich entfernt wird.

Die Trainingskäfige werden im Trainingsraum im Laufe des Trainings in unterschiedlichen Höhen aufgestellt. So, wie dies auf den Schauen in den Schauregalen geschehen kann. Natürlich werden die Tiere täglich mit frischem Futter versorgt bzw. die Hülsen aus der Futterrinne entfernt. Selbstverständlich erhalten die Vögel täglich frisches Trinkwasser und der Bodenbelag wird erforderlichenfalls erneuert. Beim Aufenthalt im Trainingsraum und versorgen der Tiere bitte immer ruhig bewegen und monoton auf die Finken einreden. Schnelle, hastige Bewegungen vermeiden.  Vögel sind bekanntlich Augentiere und beobachten ihren Pfleger bzw. ihre Umgebung sehr genau.  Um eine der Schau ähnlichen Geräuschkulisse zu erzeugen empfiehlt es sich tagsüber ein Radio einzuschalten.  Auf dem Sender sollte überwiegend aber nicht nur gesprochen werden. Auch sollte die Lautstärke von Zeit zu Zeit variiert werden. Mal etwas gemäßigter mal etwas lauter.

Man sollte die Umgebung im Raum verändern indem bisher unbekannte, auffällige  Gegenstände eingebracht werden. Man kann die Trainingskäfige mit Inhalt umhertragen hier und da abstellen, auch mal in der Wohnung mit Publikum.  Am Anfang natürlich nur kurze Zeit. Immer mit den Vögeln reden!

Auch Besucher sollten in den Trainingsraum geführt werden. Natürlich immer mit der gebotenen Vorsicht und Ruhe. Hastige Bewegungen vermeiden.

Nach der ersten Trainingseinheit von 3 Tagen lässt man den Vogel wieder in den Eingewöhnungskäfig fliegen ( nicht heraus fangen oder jagen). Im Käfig wird ausreichend Badewasser mit einer Priese Badesalz angeboten. Man kann auch während der Trainingseinheiten den Vogel im Käfig mit lauwarmem Wasser vorsichtig einsprühen um die Gefiederreinigung zu unterstützen.

Der Trainingskäfig wird nun komplett gereinigt und desinfiziert.

Nach 3 Tagen ausreichender Bewegung und Bademöglichkeit im Eingewöhnungskäfig folgen 2 weitere Trainingseinheiten, Trainingsintervalle für jeweils 3 Tage. Danach ist das Training beendet und der Züchter hat zu entscheiden welcher seiner Pfleglinge Schaueignung besitzt bzw. den Vorstellungen eines konkurrenzfähigen  Schauvogels  entspricht.

Wie bereits erwähnt kann auch erst noch eine 4. Trainingseinheit zum gewünschten Ergebnis führen.

Bis zum einsetzen in den für die Bewertung vorgesehenen Ausstellungskäfig verbleibt der Vogel im Eingewöhnungskäfig. Bitte während dieser Wartezeit keine Vergesellschaftung mit anderen Artgenossen oder Arten. Viel zu groß ist die Gefahr des gegenseitigen Federzupfens oder gegenseitiges jagen das durchaus zu Gefiederschäden führen kann.

Am Abend vor der Einlieferung zur Prämiierung wird der Schauvogel in den sauberen, mit dem vorgeschriebenen Bodenbelag,  der Wasserfontäne, den Sitzstangen und ausreichend Futter versehenen Ausstellungskäfig gesetzt.

Bitte Futterrinne randvoll mit hochwertigem, energiereichem Körnerfutter versehen.

Eventuell verschmutztes Gefieder, Füße oder Fußring sind vorsichtig mit lauwarmem Wasser zu reinigen und abzutrocknen.

Bei den Kreuzschnabelarten ist ein Bügel zur Sicherung der Wasserfontänen vor dem herauswerfen zwingend vorgeschrieben. Viel zu groß ist die Gefahr der Dehydrierung auf großen Meisterschaften wo nur wenige Male am Tag die Kontrolle erfolgen kann.

Wir unterscheiden bekanntlich 2 Käfigtypen bei den Ausstellungen : Typ 1 und Typ 2.   Wobei Typ 2 für die größeren Finken bzw. Weichfresserarten vorgesehen ist. Hier bitte klarsichtige Futternäpfe verwenden!

Bitte auch überprüfen ob die Wasserfontäne nicht  rinnt, einen Haarriss hat  oder das richtige Unterteil zur Fontäne gehört.

Ich spreche da aus jahrzehntelanger Erfahrung auf LV – u. Deutschen Meisterschaften.

Ist die Einlieferung für den Abend vorgesehen, kann der Vogel auch am frühen Morgen eingesetzt werden. Jedenfalls soll genug Zeit bleiben um den Vogel noch einmal beobachten zu können. Abstehende Federn am Vogel oder im Käfig liegende Federn können dann noch behoben bzw. entfernt werden. Jedenfalls ist darauf zu achten, dass die Gitterstäbe einen gleichmäßigen Abstand  aufweisen und nicht etwa konisch aufgebogen sind. Die Gefahr, dass sich dabei ein Fink den Hals einklemmen und im schlimmsten Fall zu Tode kommt ist dann jedenfalls gegeben. Alles schon erlebt.

Zeigen die Tiere dennoch Unruhe können die Ausstellungskäfige zunächst mit Tüchern leicht abgedunkelt werden.

Nochmal der Hinweis, vor der Einlieferung die Futterrinne mit sehr nahrhaftem Körnerfutter randvoll  befüllen. Jedenfalls sollten Perillasaat, Negersaat oder geschälte Sonnenblumen in der Futtermischung nicht fehlen. Je nach Vogelart auch nahrhafte Baumsämereien.

Die Futtermenge sollte vorsorglich so bemessen sein, dass der Vogel 2 Schautage ohne zusätzliche Futtergabe überleben kann.

Der Transport zum Ausstellungslokal  erfolgt in geschlossenen Transportkisten, zugluftfrei.

Es empfiehlt sich die Türriegel des Ausstellungskäfigs mit Klebeband zu fixieren um ein ungewolltes Öffnen des Türchens beim herausnehmen  aus der Transportkiste zu vermeiden. Ein zusammenklappbarer leichter Handwagen zum Transport der Kisten ist sehr hilfreich.

Die endgültige Schaugewöhnung mit all ihren Facetten ist erfahrungsgemäß erst nach der ersten Schau gegeben. Meist ist dies die Vereinsschau.

Wer an großen Wettbewerben wie z. B. der Deutschen Meisterschaft teilnehmen möchte sollte mit seinen Vögeln auf jeden Fall zuvor an einer anderen Meisterschaft teilgenommen haben. Allerdings sei davor gewarnt die Schauvögel an 4 – 5 Wettbewerben teilnehmen zu lassen bevor es in den großen Leistungsvergleich – DM – geht.

Denn natürlich bauen die meisten Tiere über die sehr Stress belasteten Schauen konditionell ab. Auch darf die Gefahr der Erkrankung auf Schauen nicht unterschätzt werden ( Ektoparasiten z. B. Grabmilben, Federlinge, Milben etc. ).

Wenn die Vögel während des Schaubetriebs vor Publikum singen kann von einer gelungenen Schaugewöhnung und Schaukondition gesprochen werden.

Ich stelle meine Ausführungen zur Diskussion.

Beitragsbild: Erlenzeisig (carduelis spinus) von Sławek Staszczuk (photoss [AT] hotmail.co.uk) 

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