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Vogelschutzverein hatte eingeladen zum „Thementag Natur in der Agrarlandschaft“

Lorsch. Zum zweiten Mal hatte der Kanarienzüchter-, Vogelfreunde- und Vogelschutzverein Lorsch zu einem „Thementag Natur“ eingeladen. Hatte der Verein im vergangenen Jahr den Schwerpunkt auf den Naturschutz im Naturschutzgebiet Weschnitzinsel gelegt, so ging es in diesem Jahr um Blühstreifen an Ackerrändern und um Brutstätten für Kiebitz und Rebhuhn als Charakterarten dieser Landschaft. Die Idee dahinter war, die Naturschutzarbeit der Öffentlichkeit vorzustellen, erklärte der Vorsitzende Nicolai Poeplau bei der Begrüßung im Vogelpark Birkengarten.

Ein kleiner Rückblick zum Thementag Natur. Geschnitten und gefilmt von Andreas Hartnagel.

Auch die Lorscher Jägerschaft beteiligte sich mit Ausstellungsstücken und Informationen am „Thementag Natur“ beim Lorscher Vogelverein. ML/BILD: WEINBACH

Zahlreiche Verbände und Vereine beteiligen sich aktiv am Naturschutz

Gekommen waren dazu auch einige Lokalpolitiker. Es würden ebenfalls Leute gesucht für eine Rebhuhnkartierung im nächsten Frühjahr; bereits für den 15. September sucht der Verein Helferinnen und Helfer zum Säubern des Teichs im Vogelpark. Der Vogelschutzverein ist bereits viele Jahre im Naturschutz aktiv. Schon bei der Ausweisung des Naturschutzgebiets Weschnitzinsel 1979 sei die Fachkenntnis von Hans Ludwig gefragt gewesen. Nach der Neugestaltung der Weschnitzinsel beteiligten sich zwei Vereinsmitglieder im Fachbeirat und sind an Entscheidungen für die Zukunft dieses Gebietes beteiligt. Erfreulich sei, dass der Kiebitz in diesem Jahr wieder als Brutvogel in der Weschnitzinsel zu sehen war und dass der Flussregenpfeifer sich an den renaturierten Ufern der Weschnitz angesiedelt habe. In der Weschnitzinsel und in der heimischen Natur seien zahlreiche Verbände und Vereine aktiv. Sie alle lieferten gute Arbeit.

Der Naturschutzbund (NABU) informierte beim „Thementag Natur“ unter anderem über den Schutz von Insekten, Schmetterlingen und Wiesenblumen. ML/BILD: WEINBACH

Werner Groß, Ehrenvorsitzender der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Kreis Bergstraße, erklärte der Stadtverordnetenvorsteherin Christiane Ludwig-Paul und Renate Heidler die Aufgaben der Schutzgemeinschaft. ML/BILD: WEINBACH

Blühstreifen als Rückzugsgebiet für Vögel

Ziel des Vereins sei es, an dem Naturthementag dieses Organisationen zu vernetzen zur Verbesserung des Natur- und Artenschutzes. Als erstes Projekt habe sich der Verein im vergangenen Jahr den Rebhuhnschutz vorgenommen. Der Verein sei dazu mit Landwirten, anderen Flächenbesitzern und den Jägern im Gespräch für ein richtiges Kooperationsprojekt. Mit der Unterstützung von Ortslandwirt Reiner Jöst konnte ein erster Probeblühstreifen angelegt werden. Die Jäger hätten des Saatgut gestellt, der Vogelverein habe die Fläche organisiert und das ganze Projekt koordiniert. Die moderne Landwirtschaft lasse oft wenig Raum für Blühstreifen. Kiebitz und Rebhuhn benötigten aber eine Vorjahresbrache, um ihre Jungen darin zu führen, erklärte Nicolai Poeplau am Rande. Benötigt würden Flächen von zehn bis zwanzig Metern Breite. Der gesetzliche vorgeschriebene Blühstreifen am Ackerrand sei zu schmal um darin ein Gelege zu schützen. Das müsse in der Mitte liegen. Während das Rebhuhn eine trockene Fläche benötige, ziehe der Kiebitz feuchte Stellen vor. Die Wiese dürfe nicht zu hoch sein, damit die kiebitze durchlaufen könnten.

Umrahmt von Hase und Fuchs verkauften Kinder von Vorstandsmitgliedern des Lorscher Vogelvereins beim „Thementag Natur“ zwei unterschiedliche Nistkästen. ML/BILD: WEINBACH

Auch der Naturschutzbund (BUND) mit dem Vorsitzenden Guido Carl, war mit einem Informationsstand beim „Thementag Natur“ im Vogelpark vertreten. ML/BILD: WEINBACH

Betty Arnold, die sich tagtäglich um die Fütterung der Tiere im Vogelpark kümmert, erklärte den Besuchern den Unterschied zwischen einem großen Nandu-Ei und einen Gänse-Ei. ML/BILD: WEINBACH

Naturschutz: Auch eine Aufgabe der Politik

Kreisbeirat Karsten Krug, der für Landrat Christian Engelhardt, Schirmherr der Veranstaltung, gekommen war, zeigte sich gut informiert. Er betonte, dass die Region Bergstraße Zuzugsgebiet sei. Da müssten Wohnungen zur Verfügung gestellt werden, die dann in Konkurrenz zur Natur stünden. Auch Gewerbegebiete weiteten sich immer weiter aus. Fläche sei aber nicht vermehrbar. Es sei Aufgabe der Politik, sich um den Naturschutz zu kümmern. Dass im Einhäuser Bruch mittlerweile 13 Kiebitzpaare mit 30 Jungen gesichtet worden seien, wertete Volker Knaup vom Einhäuser Vogelverein positiv. Der Verein wolle die Hessische Landgesellschaft dazu bewegen, die künftige neue Verpachtung nur mit Auflagen zu genehmigen um das Gelände zu schützen. Grundsätzlich seien Brutstätten gesetzlich geschützt. Man habe beobachtet, dass die Vögel ein Schwarmverhalten an den Tag legten. Gemeinsam wehrten sie Fressfeinde ab wie Füchse, Hunde oder Rabenvögel. Spritzmittel und unvorsichtiges Mähen schadeten den Vögeln. Im Gegensatz zu Großlandwirten mit riesigen Ackerflächen ohne Baum und Strauch, gebe es hier noch kleinere Landwirte mit denen geredet werden könne.

Beteiligt an dem Naturtag mit Informationsständen hatten sich erstmals der Förderkreis große Pflanzenfresser, das Auerrindprojekt und die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Michael Fettel brachte den Besuchern das Thema „Wald und Jagd“ näher. Der Verein „Mensch vor Verkehr“ informierte darüber, wie trotz Verkehrsbelastung Mensch, Umwelt und Natur geschützt werden könnten. Der Vogelschutzvereine zeigte die eigenen Bemühungen um den Vogelschutz und der Lorscher Verein zeigte an seinem Stand Nahrungspflanzen des Rebhuhns.Käfer, Schmetterlinge und Insekten. NABU und BUND waren vertreten, ebenso die Lorscher Jägerschaft. Die hatte verschiedene Felle von Tieren ausgestellt und verkauft Wurst in Dosen von Wildbret. Christian Zurek, Vorsitzender der Sparte Naturschutz hatte einige Fachvorträge organisiert. Über Rebhühner sprachen Martin Hormann, ein Vogelschutzbeauftragter, und Katrin Naumann vom Landschaftserhaltungsverband Rhein-Neckar.

Kiebitze und das Gelegeschutzprojekt im Kreis Groß-Gerau war das Thema Johannes Kilian. „Der Kiebitz in der südhessischen Bruchlandschaft“ wurde von Bernd Reif, Einhausen, behandelt und Dominik Kuhn vom NABU sprach darüber, wie Wildbienen geschützt werden können. Betty Arnold verkaufte Nandu-Eier, Federkiele und Tinte und informierte über unterschiedliche Eier, gelegt von Vögeln im Birkengarten (Ente, Wachtel, Fasan, Nymphensittich). Drei Kinder, gesäumt von Hase und Fuchs, verkauften Nistkästen. Mitglieder des Vogelvereins sorgten sich um die Verpflegung, boten auch Kaffee und Kuchen an. ml

Nachfolgend noch weitere Bilder vom Thementag Natur. Recht am Bild: WEINBACH

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