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von Sebastian Naturschutz 0 Kommentare

Sperrung der „Lorscher Weschnitzinsel“ für den Vogelzug im Frühjahr 2016

Das Naturschutzgebiet „Weschnitzinsel von Lorsch“ im Kreis Bergstrasse stellt eines der letzten verbliebenen großflächigen Grünlandareale in Südhessen dar.

Das Gebiet wird von der in zwei Kanälen verlaufenden Neuen und Alten Weschnitz eingefasst und ist Teil eines Hochwasserpolders, der bei Hochwassersituationen geflutet werden kann. Ursprünglich beherbergte die Wiesenlandschaft eine reichhaltige Vogelwelt, so brüteten hier die letzten Brachvögel in Südhessen.

Heute besitzt das Gebiet insbesondere im Frühjahr eine überregionale Bedeutung für rastende Zugvögel.

Hoher Freizeitdruck führte in der Vergangenheit häufig zur Beunruhigung rastender Wiesenvögel zur Zugzeit. Auf Initiative des Lorscher Vogelvereins veranlasste das Regierungspräsidium Darmstadt in enger Abstimmung mit der Stadt Lorsch, den Ortslandwirten und Jagdpächtern erstmals im Frühjahr 2013 die Sperrung der „Lorscher Weschnitzinsel“ für das Zugvogelgeschehen.

Beobachtungsturm Weschnitzinsel.

Das Auftreten und die Anzahl der durchziehenden Vogelarten werden während der Sperrung von örtlichen Ornithologen erfasst und die Beobachtungsdaten in den webbasierten Internetportalen „ornitho.de“ und „naturgucker.de“ eingetragen.

Der Lorscher Vogelverein sammelt die avifaunistischen Daten, um den Erfolg der Maßnahme zu dokumentieren.

Im Jahr 2016 fand die Sperrung des Gebiets im Zeitraum vom 15. Februar bis zum 21. März zum vierten Mal statt. Die engagierten Vogelkundler erfassten insgesamt 81 Vogelarten, darunter viele seltene Arten wie die Sumpfohreule, die Uferschnepfe und den Goldregenpfeifer.

Exemplarisch sind in den Abbildungen 1 und 2 die entsprechenden Tageshöchstzahlen für den Kiebitz und den Kranich im Beobachtungszeitraum grafisch dargestellt.

Rastende Kraniche.

Foto Copyright  © Jürgen Schneider.

Abbildung 1: Auftreten des Kiebitz während der Sperrung im Frühjahr 2016, angegeben sind die jeweiligen Tageshöchstzahlen

Abbildung 2: Auftreten des Kranichs während der Sperrung im Frühjahr 2016, angegeben sind die jeweiligen Tageshöchstzahlen

Kiebitze konnten fast täglich in der gesperrten Fläche beobachtet werden. Der Kiebitzzug erreichte dabei mit maximal 430 erfassten Exemplaren am 13. März seinen Höhepunkt.

Kraniche konnten erstmals am 7. März in der Weschnitzinsel beobachtet werden. Die höchste Anzahl rastender Kraniche wurde am Morgen des 13. März mit 31 Exemplaren im Bereich des gefluteten Mäanders dokumentiert. Ein Trupp von 70 Kranichen überflog das Gebiet am Abend des 19. März.

Der Lorscher Vogelverein bedankt sich herzlich bei allen fleißigen Zählern für Ihre Zeit und ihr Engagement bei der Erfassung rastender und durchziehender Vögel auf der „Lorscher Weschnitzinsel“.

Vogelzug 1

Vogelzug 2

Foto „rastende Kraniche“ Copyright © bei Jürgen Schneider.

Alle anderen Fotos und Beitrag Copyright © bei Christian Zurek.

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